Zentrale KölnPressemitteilung
04.Mai 2010:"Handeln ist mir wichtiger als Schreiben"
Dr. Frank Frese, ehemaliger Leiter des Einrichtungsverbunds Betreuungszentrum Steinhöring, ist neuer Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft
Dr. Frank Frese ist seit Montag neuer Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Josefs-Gesellschaft (JG), eines der bundesweit größten katholischen Trägers von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Damit tritt er die Nachfolge von Dr. Fritz Krueger an, der die JG 15 Jahre lang geprägt hatte und zum April 2010 in den Ruhestand gegangen war. Zusammen mit dem langjährigen Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Dr. Theodor Michael Lucas, der jetzt in beiden Funktionen die Rolle des Sprechers übernimmt, bildet Frese nun die Doppelspitze. "Die Josefs-Gesellschaft ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt und ich freue mich darauf, auf dem Vorhandenen aufzubauen und intensiv zur Weiterentwicklung, auch im strategischen Bereich, beizutragen", betonte Frese bei der feierlichen Amtseinführung in der Kölner JG-Zentrale. Generalvikar Prof. Dr. Dr. Franz Kaspar, Vorsitzender des JG-Aufsichtsrates, Dr. Lucas und alle Mitarbeiter der Zentrale hießen ihn in seinem neuen Amt herzlich willkommen.
Zuletzt war Frese als Leiter des Einrichtungsverbunds Betreuungszentrum Steinhöring in der Nähe von München tätig. Nach seinem Studium hatte der geborene Dortmunder zunächst eine Heilpädagogische Tagesstätte in Bayern geleitet. 1990 übernahm er die Fort- und Weiterbildung der Akademie Schönbrunn, die sich immer mehr auf die Zielgruppe Führungskräfte in der sozialen Arbeit konzentrierte. "In dieser Zeit habe ich auch selbst viel gelernt und viele interessante Menschen kennen gelernt", so der 49-Jährige. "Es galt, auch im deutschsprachigen Ausland Trends zu ermitteln, gute Aspekte der Personalführung zu übernehmen und eigene Impulse zur Weiterentwicklung zu setzen."
Während dieser Tätigkeit begann Frese mit seiner Promotion an der Philosophischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sein Thema: "Ethik, Motivation, Qualität und Hilfe für Menschen mit Behinderung". "Als das Qualitätsmanagement Mitte der 90er Jahre in den sozialen Bereich einzog, war mein Anliegen: Wenn wir etwas für die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen leisten wollen, müssen wir uns erst einmal damit auseinandersetzen, worin unsere Motivation dazu besteht und was Lebensqualität überhaupt bedeutet", erklärt Frese. Es entstand ein ethisches Grundlagenwerk für die Behindertenhilfe, erschienen im Jahr 2000 im Lambertus-Verlag, das laut JG-Vorstand Dr. Theodor Michael Lucas "hervorragend zu den Leitlinien der Josefs-Gesellschaft passt". Man habe sich sogar schon gegenseitig in Publikationen zitiert, ohne sich persönlich zu kennen. Bei aller Philosophie und Theorie: Frese sagt von sich, eher "der Pragmatiker" zu sein und die tatsächliche Umsetzung dem vielen Schreiben vorzuziehen. Dafür spricht auch sein bodenständiges Hobby: "Eine meiner ersten Fragen heute Morgen war: Wo kann ich mein Motorrad abstellen?" lacht der dreifache Vater.
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