Zentrale KölnPressemitteilung

15.06.2010:Gelungene Premiere: JG-Sportwoche war ein Erfolg

Tausende Menschen mit und ohne Behinderung machten mit – und so manchen hat nachhaltig die Lust auf Bewegung gepackt.

„Geschafft!“ strahlt René Werner außer Atem, aber mit glücklichem Gesicht. Zusammen mit rund 120 Walkern, Läufern, Rollstuhlfahrern und Handbikern hat er gerade einen 3-Kilometer-Lauf hinter sich gebracht, den der Benediktushof, Maria Veen im Rahmen der JG-Sportwoche veranstaltet hat. In allen bundesweit 16 Häusern der Josefs-Gesellschaft (JG), eines großen katholischen Trägers von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, gab es eine Woche lang ein buntes Programm rund um Bewegung, Fitness und gesunde Ernährung. Die Bilanz von JG-Vorstandssprecher Dr. Theodor Michael Lucas: „Das war eine rundum gelungene Sache und ich denke wir haben deutlich gemacht: Sport geht immer, egal ob mit oder ohne Behinderung.“ Auch sein Vorstandskollege Dr. Frank Frese ist mit dem Verlauf der Sportwoche zufrieden: „Die Rückmeldungen aus den Einrichtungen waren durchweg positiv und der Funke ist offenbar übergesprungen.“ Er bedankte sich auch herzlich bei Stefan Gramen, dem Sportbeauftragten der JG-Zentrale. „Sie haben dieses Projekt hervorragend koordiniert und es geschafft, alle zu begeistern und ins zu holen“, so Frese.

Integration, Kontakte knüpfen, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen – das gehörte zu den Zielen, welche die Veranstalter mit der Sportwoche erreichen wollten. Und sie hatten Erfolg: Ob beim „Walking Day“ im Benediktushof in Maria Veen, beim 24-Stunden-Lauf des Antoniushauses in Hochheim oder bei der großen Paddeltour des Heinrich-Hauses in Neuwied – überall gingen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an den Start. Auch beim Tag des Rollstuhlsports des Josefsheims in Bigge gab es keine Barrieren mehr. Axel Görgens und Klaus D. Herzog vom Deutschen Rollstuhlsportverband hatten den Teilnehmern ein Programm vorbereitet, das Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer schult. Zeitweise bis zu 50 Aktive nahmen daran teil. „Auch Menschen, die im Alltag nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind, haben diesen als Sportgerät für sich entdeckt“, stellten Karin Reuter und Annette Lenze fest, die im Josefsheim für die Organisation der Sportwoche verantwortlich waren.

Zu den Zielen der Sportwoche gehörte es auch, allgemein Lust auf regelmäßige Bewegung machen und damit auch Motivation zur Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen vermitteln. Manuela Schmermund, Schirmherrin der Sportwoche, brachte es auf den Punkt: "Jeder hat seine eigenen körperlichen Möglichkeiten und Grenzen“, so die Profi-Sportschützin und mehrfache Medaillengewinnerin der Paralympics, die selbst im Rollstuhl sitzt. „Sich auf die eigenen Fähigkeiten konzentrieren, sie weiterentwickeln und dabei offen sein für neue Wege und Chancen - das zählt nicht nur beim Sport, sondern in allen Lebenbereichen." Diese Erfahrung hat auch René Werner gemacht, der seit 2007 im Benediktushof, einer Reha-Einrichtung der Josefs-Gesellschaft, wohnt und im Berufsbildungswerk eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Bis vor fünf Jahren war er Leistungsschwimmer, trat sogar gegen den international erfolgreichen Schwimmer Thomas Rupprat an, wie er stolz erzählt. Dann setzte ein Verkehrsunfall den heute 25-Jährigen außer Gefecht: Einen Monat lang lag er im Koma, die Narben, insbesondere an seinen Armen, sind heute noch deutlich sichtbar. „Die ersten Jahre nach dem Unfall waren eine schwere Zeit“, erinnert sich der junge Mann. „Aber der Sport hat mich gerettet und hat mir die Kraft gegeben, weiterzumachen und mich nicht aufzugeben.“

An eine Karriere als Schwimmer war nicht mehr zu denken. „Das habe ich zuerst gar nicht realisiert, weil ich es nicht wahrhaben wollte“, erzählt er. Als er schließlich 20 Kilo zugenommen hatte beschloss er, sich auf eine andere Sportart zu konzentrieren: Das Laufen. Bestärkt wurde er darin von seinen Betreuern im Benediktushof, insbesondere von seiner Physiotherapeutin Maria Parthe. Sie motivierte ihn, trainierte mit ihm – bis er schließlich vor zwei Jahren seinen ersten Halbmarathon lief und Zweiter in seiner Altersklasse wurde. „Das war ein riesengroßes Erfolgserlebnis“, schwärmt René Werner. „Der Sport hat mir sehr geholfen, den Unfall zu bewältigen. Und er ist immer wieder das beste Mittel, um den Kopf frei zu kriegen.“ Auch außerhalb der Sportwoche spielt der Sport eine wichtige Rolle in der Josefs- Gesellschaft. Insgesamt rund 100 Sportarten werden in den 16 JG-Einrichtungen angeboten – vom Rollstuhltanz und Rollstuhlbasketball bis hin zum Bogenschießen.

Kardinal-von-Galen-Haus, Dinklage: Die Schüler und Schülerinnen gehen, laufen und fahren mit dem Rolli, wobei jede Runde von Eltern, Freunden und Bekannten
Kardinal-von-Galen-Haus, Dinklage: Die Schüler und Schülerinnen gehen, laufen und fahren mit dem Rolli, wobei jede Runde von Eltern, Freunden und Bekannten "gesponsert" wird. Die erlaufene, erfahrene und in bare Münze umgesetzte Leistung wird für ein caritatives Projekt gespendet.

Benediktushof, Maria Veen: René Werner (1. Reihe, Mitte) ist beim integrativen 10-Kilometer-Lauf für Walker, Läufer, Rollifahrer und Handbiker ganz in seinem Element

Benediktushof, Maria Veen: René Werner (1. Reihe, Mitte) ist beim integrativen 10- Kilometer-Lauf für Walker, Läufer, Rollifahrer und Handbiker ganz in seinem Element

Die Paddler aus Neuwied bei ihrer Ankunft in Köln, herzlich empfangen von ihren Kollegen der JG-Zentrale

Die Paddler aus Neuwied bei ihrer Ankunft in Köln, herzlich empfangen von ihren Kollegen der JG-Zentrale

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